Die Reise nach Kirgisien, Pamir Berge, Pik Lenin 7.134 m
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Vorwort:

Die Idee nach Kirgisien kam ziemlich plötzlich (vor hatte ich es eigentlich immer), im Frühjahr, geplant war eigentlich der Mt. Blanc. Aber es gibt Umstände, die manchmal bestimmen wann und wohin es geht. Es geschehen halt Sachen, die dann doch alles ändern, und so war es diesmal bir mir. Also auf nach Kirgisien, in das Land, in dem die Wurzeln meines Volkes schon sehr alt verankert sind (es ist ja bekannt, dass die Türken aus diesem Gebiet, die Länder Kirgisien, Turkmenistan, Tadschikistan, Usbekistan und Mongolei (gegen Mittelalter) kommen. Es wird in diesen Ländern auch ein altes, türkisches Dialekt gesprochen, war die
Pik Lenin
Pik Lenin
Blumen in Kirgisien
Pik Lenin
Bishkek Verständigung also kein Grund dazu, um nicht in dieses Land zu reisen. Und wenn ein Bergsteiger schon in dieses Land fliegt, dann ist es unvermeidlich dass er dort auch einen Berg besteigt. Denn mein Eindruck zum
Schluss war dass der liebe Herrgott dieses Land in seiner Freizeit erschaffen hat, denn er musste ganz schön Bastelarbeit leisten. Solch eine Vielfalt an Bergen zu basteln das braucht Zeit. Das Wort Pamir setzt sich aus 2 alten türkischen Wörtern zusammen und bedeutet so viel wie Dach und Welt, also „das Dach der Welt“. Heute
weiß man zwar dass das Himalaja - Gebirge das Dach der Welt ist, aber der Horizont eines Türken ist halt mit dem beschränkt was um ihn herum ist. Also zum Dach der Welt, zum Pamir Gebirge, um es genauer auszudrücken, zum Pik Lenin. Ein Berg der einen ziemlich schlechten Ruf hat, 1991 riss eine Lawine, bedingt durch ein Erdbeben, das gesamte Lager 2 weg und es starben knapp 50 Bergsteiger in einem Schlag. In den 70er Jahren vernichtete eine Lawine eine komplette Expedition. Es starben 8 Frauen bei dieser Expedition. Meine persönliche Meinung ist dass der Berg oftmals unterschätzt wird bedingt dadurch, weil es als technisch der einfachste 7000er bekannt ist. Der Berg ist sicherlich kein einfacher Berg, das merkt man ab dem Lager 1. Es verbirgt sehr viele, heimliche Gefahren in und auf sich. Und es reicht schon, nur einen dieser zu begehen.
„One mistake, game over!“ Der Name des Berges wurde nach der Unabhängigkeit des Kirgisien, offiziell nach einem alten türkischen (ursprünglich Afghane) Mediziner und Philosophen, auf Ali Ibn – i Sina umgetauft (im Wikipedia könnt Ihr mehr darüber lesen)

Meine Voraussetzungen für diese Reise:
Meine Voraussetzungen für diese Reise waren gut, für den Berg jedoch nicht gerade optimal. Finanziell war die Sache ziemlich günstig, denn ich hatte über 50.000 Meilen auf meiner Miles & More - Karte, die mir gut ausreichten, so dass ich kaum etwas für den Flug bezahlt habe. Dank Tien Shan Travel habe ich einen Super – Service zu einem sehr günstigen Preis bekommen. Jedoch die gesundheitlichen Voraussetzungen waren nicht gerade sehr viel versprechend. Im Frühjahr hatte ich einen enormen Gewichtverlust, der mir alle Reserven heimlich wegraubte. Dann kamen die heftigen Rückenschmerzen, unter denen ich heute noch leide, die nach vielen Proben und Tests bis heute nicht definiert werden konnten. Ich war jedoch auch schon bereits dazu mit diesen „komischen“ Schmerzen diese Reise anzutreten. Doch gerade als ich mir vornahm mich mit zwei Ararat

Der Lenin Gletscher
Jessica, Robert und ich Besteigungen hintereinander, mich auf diesen Giganten vorzubereiten, kam der zweite „Schlag“. Wegen
einer kleinen Beschwerde kam zufällig heraus dass meine linke Niere entfernt werden solle weil sie die Funktion aufgegeben hätte, anschließend stellt sich jedoch heraus dass ein 2 cm großer Stein sich in meiner Harnleiter verklemmt hat. Also Behandlung anstelle Ararat. Dann schaffe ich es später wenigstens einmal zum Ararat zu gehen, jedoch wegen schlechtem Wetter kein Gipfel. Also ein Pechjahr. Dann muss ich mich entscheiden: Pik Lenin oder nicht!
Wer mich kennt, kennt auch die Antwort: natürlich Pik Lenin….

Die Vorbereitung:
Viel zum Vorbereiten gibt es nicht, alle Sachen aus dem Schrank raus. An Ausrüstung habe ich genug, also die Frage ist eher „was brauche ich wirklich und was nicht?“ Warm, aber leicht. Proviant, Fertigfutter, schnell noch

Müsli produzieren. Ich wurde später am Berg nach dem Rezept des Müslis von einigen gefragt, deshalb unten gleich auch das Rezept. Hey Leute, ich habe das Patent darauf, sollte einer Handel daraus machen, so gibt es Probleme mit dem Patentamt;-).
Technische Sachen? Ja, alles drin, die Reise kann losgehen. Unterlagen, Krankenversicherung, Flugticket, Pass, alles da. Schnell noch die Unterlagen ausdrucken, die Tien Shan Travel mir zugesendet hat. Telefonnummern? Der Stress hört erst auf nachdem mich einer unserer Mitarbeiter zum Flughafen von Antalya fährt. Schnell noch 2 Bier für die Wartezeit in Istanbul, denn die Flughäfen der Türkei sind die teuersten der Welt, und das ganz im Ernst!
Mein Zelt
Ein Murmeltier

Ach so, schnell noch das Rezept vor der langen Geschichte:
½ kg trockene Aprikosen (gute, die noch ziemlich weich sind)
½ kg Rosinen (die sollten auch weich sein, ohne Kerne)
½ kg gut geröstete Erdnüsse (ohne Haut)
½ kg Wallnüsse (auch gut geröstet)
½ kg Haselnüsse (am besten vom Türken, türkische die schön groß sind)
Wer mag kann auch noch 150 g Datteln reinmischen (doch die Haut ist unangenehm wenn man das Müsli isst)
1 Esslöffel Zimt
Etwas Pfeffer (je nach Wunsch)
100 ml Sirup (Zuckerrübe oder Traubensirup)

Zubereitung:
Die Nüsse entweder mit der Hand oder mit einem Küchenroboter klein hauen, aber nicht so klein dass es ein

Nussmehl ist, sollte schon sehr grob bleiben. Die Aprikosen werden zu kleinen Würfeln geschnitten (Datteln Kern entfernen und genauso klein schneiden). Die Rosinen können so bleiben. Bis auf den Sirup wird alles
zusammengemischt und dann, am besten in einem großen Mörser, zu einem Teig verarbeiten. Ob der Teig gut ist merkt man am besten daran dass der Teig klebrig wird. Der Teig wird jedoch immer noch sehr bröckelig sein. Jetzt aufpassen, jetzt kommt der entscheidende Punkt: während das Teig mit der Hand weiterverarbeitet wird gießt man das dicke Sirup vorsichtet rein und knetet dabei. Nicht übertreiben und vorsichtig sein, nur so viel rein was es braucht. Immer erst nur etwas, dann kneten und wenn man dann meint es ist genug, dann aufhören mit dem Sirup! Der Rest bleibt Euch überlassen wie Ihr es macht. Ich mache es so, dass ich, das Teig in einer verschließbaren Tüte rein stecke und es dann mit den Händen etwa 2 cm dick platt walze. Dann wird die Tüte einfach aufgerollt und dann eine Frischhaltefolie drum und schön kühl lagern. Ihr werdet staunen, ich habe bereits 2 Monate alten Müsli gegessen, es wird nicht schlecht und der Geschmack bleibt auch gleich. Aber es gibt auch andere Wege diesen Müsli aufzubewahren. Am besten kleine Barren draus machen. Aber wie gesagt, kühl bewahren. Und alles ist schön Bio und man weiß was darin ist.
Lager 2
Zwischen Wolke und Lenin

Das besondere daran ist, dass es nicht nur eine Power – Bombe ist, sondern durch diesen Sirup (pures Traubenzucker), wenn man es vor den Wanderungen nimmt, direkt ins Blut geht. Die Wirkung davon werdet Ihr, gerade bei frühen, kalten Morgenwanderungen, selbst sehen. Lasst es Euch schmecken!

 

Die Reise--->